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Sie sind Ratgeber in der Welt des Luxus. Mit Diskretion und Geschmack erspüren sie, was zu Hausbesitzern, ihrem gesellschaftlichen Status und ihrem Budget passt. Vorgestellt werden Sue Rohrer, eine Interior-Designerin, Carlo Rampazzi, ein Innenarchitekt und Enzo Enea, ein Landschaftsgestalter, die dafür sorgen, dass Haus und Garten zu einem stilvoll perfekten Ensemble werden. |
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D E S I G N
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Wenn Sue Rohrer in fremden Häusern ihre Hand anlegt, wird's frech, auch mal farbig oder elegant, oft überraschend, stilvoll oder gewagt - und immer cosy. Cosy ist das Wort, mit dem die Interior-Designerin umschreibt, wie sie an feinen Adressen für Wohnbehagen sorgt. Ob im Chalet in den französischen Alpen, in der Villa am Meer, der Dachwohnung über dem Zürichsee oder der Herrenwohnung in der Stadt - cosy ist Sue Rohrers Handschrift. Wobei sie vehement abstreitet, Häusern und Besitzern etwas wie eine Handschrift aufzudrängen.
«Die Kunden spüren, erkunden, wie sie leben.» Die Einrichterin hat wohl psychologische Fähigkeiten. Denn die Manager und ihre Gattinnen, die Anwaltsehepaare, die Businessfrauen, die Promis, alle, die Sues Einrichtungsrat suchen, lassen sich bereitwillig in ihre privaten Wohn-Usanzen schauen: getrennte Schlafzimmer, Esstisch mit Platz für grosse Gesellschaften, Kuschelecke in der Bibliothek, viele Spiegel im Bad. Sue Rohrer durchleuchtet, ob jemand «eher verspielt» ist oder «der coole Typ», ob zum feinen Hausrat eine Kunstsammlung gehört, die nicht konkurrenziert werden darf, oder ob man mit Stoffen und Farben grosszügig ausstatten darf. Nicht nur auf die Persönlichkeit der Bewohner geht sie ein. «Mein Klient will im Ferienhaus in Lech anders wohnen als in dem an der Cote d'Azur», resümiert sie und bezieht auch den Charakter von Haus und Landschaft mit ein. In der Villa in Griechenland, die sie in Arbeit hat, springt sie allerdings über ihren Schatten. «Hier wird alles weiss, luftig extravertiert», schwärmt sie, die doch sonst ihren untrüglichen Geschmack in differenzierten, eher warmen Material- und Farbkombinationen auslebt und mit üppigen Accessoires spielt. Cosy eben.
Was Sue Rohrer nämlich gar nicht mag, sind «diese weiss durchgerollten Wände. Womöglich noch dunkle Balken oder dunkle Holzmöbel - so genannt spanisch.» Die Augen unter Sue Rohrers blonder Wuschelfrisur rollen bedrohlich. Wenn schon Weiss, dann inszeniert sie es, kombiniert verschiedene weisse Materialien, vom |
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wertvollen Stucco veneziano an der Wand über weiss lasierte Möbel mit weiss strukturierten Bezügen. So hat Wess Stil - und ist cozy. Wobei sie jedoch am liebsten mit Farben operiert. Stimmung im Raum zu erreichen ist ihr Ziel. Von der gegewärtigen Wohmode mit Revivals aus den Sixties und Seventies hält sie wenig, und ihr Geschmack sind auch nicht Designmöbel aus Stahl, Glas und Kunststoff. Solchen puristischen Einrichtungen spricht sie jede Wohnatmosphäre ab. «Das gibt dann diese Architekten-Möblierungen», spottet sie, «die so einfallslos eine der anderen gleichen - schlicht zu wenig gekonnt!»
Mit den Herren Architekten steht die Dame mit dem viel gefragten Geschmack ohnehin dann und wann auf Kriegsfuss. «Es sind oft ziemliche Mimosen, meinen, es falle ihnen ein Stein aus der Krone, wenn ich, weil's dem Kunden gefällt und ins Konzept passt, etwas ganz Bestimmtes will.» Wenn ihre Kunden von Handwerker-Meinungen à la «das macht man nicht so» verunsichert sind, kann die zierliche Sue ihre Ideen ganz resolut verteidigen. So was gehört zu den harten Seiten ihres lustvollen Jobs. Zu den schönsten gehört, wenn ihr nach dem Gespräch mit Kunden «irgendetwas den Kick» gibt. Dann setzt sie sich hin, sucht im Fundus ihrer Kennt- nisse, was es für die Umsetzung braucht.
Einrichten mit Sue Rohrer kostet nicht die ganze Welt - aber manchmal die halbe. «Ich will immer eine Vorgabe und richte mich danach.» Es lassen sich mit 50 000 Fr. zwar nicht ganze Wohnungen einrichten, denn die Provenienz der Möbel, Stoffe oder Armaturen ist exklusiv. Da braucht's schon für zwei, drei Zimmer das Doppelte. Aber wenn nicht alles aufs Mal drin liegt, arbeitet sie Step by step. «Die Kunden glücklich machen», ist ihr Credo. Sie hat auch Aufträge mit unbeschränktem Budget. Aber über die Stränge haut sie auch dann nicht: «Ich buttere nicht Dinge rein, nur weil sie teuer sind. Aber ich spare auch nicht an der Umsetzung.» Am falschen Ort sparen sollte man ohnehin nicht, und gar nie sparen darf man an der Qualität der Materialien. |
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